Die britische Außenministerin Yvette Cooper hat erneut die unerschütterliche Unterstützung ihres Landes für den von Marokko vorgeschlagenen Autonomieplan zur Lösung des regionalen Konflikts um die Westsahara bekräftigt. Nach einem Treffen mit ihrem marokkanischen Amtskollegen Nasser Bourita am 23. April bezeichnete sie diese Initiative als „die glaubwürdigste, tragfähigste und pragmatischste Grundlage für den Frieden in der Sahara“ und bekräftigte damit die Position, die beim Strategischen Dialog in Rabat am 1. Juni 2025 festgelegt wurde.
Diese erneute Unterstützung erfolgt vor dem Hintergrund, dass das Vereinigte Königreich bestrebt ist, seine Partnerschaften mit den Schlüsselstaaten Nordafrikas zu stärken, insbesondere im Hinblick auf die Zeit nach dem Brexit und die Gestaltung einer neuen umfassenden Außenpolitik.
Eine pragmatische Lösung, um aus der Sackgasse herauszukommen
Im Gegensatz zu anderen Vorschlägen, die von vielen Beobachtern als unrealistisch angesehen werden, findet der marokkanische Autonomieplan – der eine weitgehende Dezentralisierung zugunsten der südlichen Provinzen unter marokkanischer Souveränität vorsieht – im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zunehmend Unterstützung. London hat ihn offiziell als den einzigen tragfähigen Kompromiss anerkannt, der sowohl die territoriale Integrität Marokkos als auch die Rechte der sahrauischen Bevölkerung wahren kann.
Yvette Cooper betonte zudem die „dringende und positive“ Notwendigkeit für alle Parteien – einschließlich Algeriens, das oft als indirekter Konfliktbeteiligter dargestellt wird –, sich unverzüglich in den politischen Prozess der Vereinten Nationen einzubringen, der derzeit vom persönlichen Gesandten des Generalsekretärs geleitet wird.
Eine erweiterte Zusammenarbeit bei konkreten Projekten
Über die Grundsatzerklärung hinaus bot das Treffen Gelegenheit, konkrete Kooperationen zu erörtern. Frau Cooper hob insbesondere den Beitrag der bilateralen Partnerschaft bei großen internationalen Veranstaltungen hervor, angefangen bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2030, die Marokko mitveranstalten wird. Derzeit laufen Sondierungsgespräche, damit das Vereinigte Königreich sein Fachwissen in den Bereichen Veranstaltungssicherheit und Sportinfrastruktur in den Dienst dieses Wettbewerbs stellen kann.
Darüber hinaus haben mehrere britische Unternehmen ihr Interesse an Investitionsprojekten in den Regionen Dakhla und Laâyoune bekundet, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien und blaue Wirtschaft. Diese konkreten Initiativen verdeutlichen den Willen Londons, seine diplomatische Unterstützung in eine wirtschaftliche Partnerschaft vor Ort umzusetzen.
Ein sich beschleunigender internationaler Trend
Diese neue britische Positionierung reiht sich in eine für Marokko sehr günstige diplomatische Entwicklung ein. Nach den Vereinigten Staaten (2020), Deutschland (2022), Spanien (2022), Frankreich (2024) und den Niederlanden (2025) bekräftigt nun auch das Vereinigte Königreich, ständiges Mitglied des Sicherheitsrats, nachdrücklich den Vorrang des Autonomieplans. Für Rabat wiegt diese Anhäufung von Unterstützungsbekundungen vor der nächsten Wiederaufnahme der Rundtischgespräche unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen schwer in die Waagschale.
Algerien, das die Polisario-Front unterstützt und ein Referendum zur Selbstbestimmung fordert, ist auf der internationalen Bühne mehr denn je isoliert. Analysten sind sich einig, dass sich das diplomatische Kräfteverhältnis endgültig gewendet hat, wodurch jede andere Option als die marokkanische Autonomie immer weniger glaubwürdig wird.
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