Rabat, 20. Mai 2026 – Frankreich hat am Mittwoch in Rabat erneut seinen grundsätzlichen Standpunkt zur Westsahara-Frage bekräftigt und erneut erklärt, dass „die Gegenwart und die Zukunft dieses Gebiets unter der Souveränität Marokkos stehen “. Diese Erklärung gab der französische Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten, Jean-Noël Barrot, im Anschluss an ein Treffen mit seinem marokkanischen Amtskollegen, Nasser Bourita, Minister für auswärtige Angelegenheiten, afrikanische Zusammenarbeit und im Ausland lebende Marokkaner, ab.
Diese Stellungnahme steht im Einklang mit dem Schreiben, das der Präsident der Französischen Republik, Emmanuel Macron, am 30. Juli 2024 an Seine Majestät König Mohammed VI., möge Gott ihm beistehen, gerichtet hatte. In diesem Schreiben hatte der französische Staatschef bereits deutlich gemacht, dass die Sahara nun unter marokkanischer Souveränität steht, was einen entscheidenden Wendepunkt in der historischen Haltung von Paris zu diesem regionalen Konflikt markiert.
Bei seiner Pressekonferenz betonte Herr Barrot, dass die Sahara-Frage „für Frankreich und für die Region von strategischer Bedeutung“ sei, und erinnerte daran, dass Paris beabsichtige, eine aktive Rolle bei der Suche nach einer dauerhaften politischen Lösung zu spielen. Er bekräftigte zudem „die Unterstützung Frankreichs für den von Marokko vorgeschlagenen Autonomieplan als einzige Grundlage für eine gerechte, dauerhafte und ausgehandelte politische Lösung“. Dieser Autonomieplan, der 2007 von Rabat vorgelegt wurde, sieht eine weitgehende Dezentralisierung des Gebiets unter marokkanischer Souveränität vor – eine Formel, die die Vereinten Nationen als „seriös und glaubwürdig“ betrachten.
Der französische Außenminister begrüßte zudem die derzeitige „positive Dynamik“, insbesondere die Wiederaufnahme direkter Gespräche zwischen allen Beteiligten auf der Grundlage des marokkanischen Autonomieplans. Er erinnerte zudem daran, dass die kürzlich verabschiedete Resolution 2797 des UN-Sicherheitsrats „dieser Logik folgt“, indem sie zu Verhandlungen in gutem Glauben und ohne Vorbedingungen aufruft.
Diese neue Erklärung Frankreichs erfolgt vor einem regionalen Hintergrund, der durch eine zunehmende Zahl internationaler Anerkennungen der marokkanischen Souveränität über die Sahara gekennzeichnet ist. Seit 2020 haben mehrere Länder, darunter die Vereinigten Staaten, Spanien, Deutschland sowie zahlreiche afrikanische und arabische Staaten, ähnliche Positionen zum Ausdruck gebracht, wodurch die Thesen der Polisario-Front und der Demokratischen Arabischen Republik Sahara (DARS) zunehmend an Boden verlieren.
Mit dieser Bekräftigung seiner Position bestätigt Frankreich seine Ausrichtung an der marokkanischen Diplomatie und versucht gleichzeitig, seinen Einfluss in einer Region zu wahren, in der sich das geopolitische Gleichgewicht rasch verändert.
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