Ehrung in Berlin: Jalid Sehouli, der deutsch-marokkanische Onkologe, der medizinische Exzellenz und vielfältige Identität in Einklang bringt

Veröffentlicht am 25. Juni 2026 um 13:37

In einem von Emotionen und gemeinsamem Stolz geprägten Abend würdigte die marokkanische Botschaft in Deutschland feierlich Professor Jalid Sehouli, eine führende Persönlichkeit der weltweiten gynäkologischen Onkologie und Abteilungsleiter an der Charité in Berlin. Eine Anerkennung, die über eine rein protokollarische Ehrung hinausgeht und das Wesen eines außergewöhnlichen Werdegangs berührt, in dem Beharrlichkeit und die Verbundenheit mit den eigenen Wurzeln es geschafft haben, gesellschaftlichen Determinismen zu trotzen.

Die am Dienstag, dem 23. Juni, in der marokkanischen Residenz stattfindende Veranstaltung versammelte eine Schar von Diplomaten, deutschen Medizinpersönlichkeiten und einflussreichen Mitgliedern der marokkanischen Gemeinschaft in Deutschland, darunter die Vorsitzende des Verbandes marokkanischer Ärzte in Deutschland (MÄD), Frau Selma Bennis. Sie alle waren gekommen, um nicht nur den außergewöhnlichen Kliniker zu würdigen, sondern auch den Mann mit Überzeugungen, der die Farben einer selbstbewussten und fruchtbaren doppelten Zugehörigkeit hochhält.

Ein Werdegang, der alle Prognosen Lügen straft

Botschafterin Zohour Alaoui zeichnete das Porträt eines Mannes, dessen Leben „das Beste von Marokko und Deutschland widerspiegelt“. Sie betonte nachdrücklich, dass Professor Sehouli, der aus einem bescheidenen Berliner Stadtteil und einer marokkanischen Familie stamme, keineswegs ein vorbestimmtes Schicksal gehabt habe. „Sein Werdegang lehrt uns, dass Spitzenleistungen kein Vorrecht der Privilegierten sind, sondern das Ergebnis von Arbeit, Bescheidenheit und einer Erziehung, die in den Werten des Respekts und der Selbsthingabe verwurzelt ist“, erklärte sie.

Die Botschafterin hob insbesondere die symbolische Dimension dieses Werdegangs hervor: als Krankenpfleger zu beginnen, um an die Spitze der weltweiten medizinischen Hierarchie zu gelangen, eine der renommiertesten Abteilungen der Welt zu leiten und dabei seinem marokkanischen Erbe zutiefst verbunden zu bleiben. „Er verkörpert eine gelungene Integration, die kein Verzicht, sondern eine gegenseitige Bereicherung ist. Ein Vorbild für die jungen Generationen der Diaspora, die aus ihren Wurzeln eine einzigartige Seelenstärke und Widerstandsfähigkeit schöpfen können.“

„Ich trage beide Seiten in mir“

Sichtlich bewegt brachte Prof. Sehouli seine Dankbarkeit gegenüber seinen Eltern zum Ausdruck, die ihm „den Wert guter Arbeit und der Beharrlichkeit“ vermittelt haben. Er vertraute an, dass sein Werdegang zunächst „unmöglich“ erschienen sei – in einem Deutschland, in dem Kinder von Einwanderern noch immer auf zu viele Hindernisse stoßen. „Aber ich habe gelernt, dass das Unmögliche nur eine Herausforderung ist, die auf ihre Zeit wartet. Heute bin ich stolz darauf, zugleich voll und ganz Marokkaner und voll und ganz Deutscher zu sein. Ich musste mich nie entscheiden, denn diese beiden Identitäten haben mich geprägt und tragen mich.“

Er betonte zudem sein Engagement für den Aufbau wissenschaftlicher und menschlicher Brücken zwischen Marokko und Deutschland und forderte, „die Beziehungen zwischen Europa und Afrika zu intensivieren, nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch im Austausch von Werten und Wissen“.

Eine Ikone der weltweiten Krebsforschung

Über seine symbolische Bedeutung hinaus ist Prof. Sehouli einer der brillantesten Köpfe im Kampf gegen gynäkologische Krebserkrankungen. Als Leiter des Europäischen Kompetenzzentrums für Eierstockkrebs und Co-Direktor des Krebszentrums der Charité hat er innovative chirurgische Ansätze entwickelt, die Tausende von Menschenleben gerettet haben. Seine Arbeiten zum Eierstockkrebs gelten in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft als maßgeblich.

Sein Einfluss reicht weit über die deutschen Grenzen hinaus. Als Präsident der Pan-Arabian Research Society of Gynecologic Oncology und Gründer der „Global Health“-Gruppe von NOGGO setzt er sich unermüdlich für eine verstärkte wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der arabischen Welt, Europa und darüber hinaus ein. Bereits 2016 in Marokko (Wissam Al Moukafâa Al Wathania) und 2026 in Deutschland (Verdienstorden) ausgezeichnet, sammelt er eine Auszeichnung nach der anderen, ohne dabei jemals seine legendäre Bescheidenheit zu verlieren.

Das Vermächtnis eines Mannes, der Welten verbindet

Abschließend gab Prof. Sehouli ein Bekenntnis ab, das wie eine universelle Botschaft klingt: „Dieser Weg ist nicht nur mein eigener. Er ist das Ergebnis der Unterstützung zahlreicher Menschen, die an gute Anliegen glauben. Das ist auch das, was Marokkaner nach Deutschland und in die Welt einbringen können: Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Unterstützung für andere und Hoffnung.“

An diesem Abend in Berlin war die Ehrung von Professor Jalid Sehouli weit mehr als eine Zeremonie: Es war ein Fest der Vielfalt, der gemeinsamen Exzellenz und der Kraft vielfältiger Identitäten. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass gelungene Integration keine Einbahnstraße ist, sondern ein fruchtbarer Dialog zwischen Kulturen und Generationen.

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