Unterstützung der Elfenbeinküste für Marokko in der Frage der marokkanischen Sahara

Veröffentlicht am 22. Mai 2026 um 11:38

Rabat, 21. Mai 2026 – Über eine bloße grundsätzliche Bekräftigung hinaus bot der Arbeitsbesuch von Nialé Kaba in Rabat Gelegenheit, die subtile, aber bedeutende Entwicklung der Unterstützung der Elfenbeinküste für Marokko in der Sahara-Frage zu ermessen. Tatsächlich legt die am Donnerstag veröffentlichte gemeinsame Erklärung besonderen Wert auf die Resolution 2797 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, die am 31. Oktober 2025 verabschiedet wurde und von der Elfenbeinküste als „historisch“ bezeichnet wird.

Für Beobachter der marokkanisch-ivorischen Beziehungen ist diese Erwähnung nicht unbedeutend. Die Resolution 2797 begnügt sich nicht damit, das Mandat der MINURSO zu verlängern: Sie verankert im Rahmen der marokkanischen Souveränität ausdrücklich den Autonomieplan als einzige ernsthafte, glaubwürdige und dauerhafte Grundlage für eine politische Lösung. Diese Formulierung, die frühere Resolutionen aufgreift und verschärft, wurde von Rabat als bedeutender diplomatischer Erfolg gewertet. Indem Abidjan sie in seine gemeinsame Erklärung aufnimmt, sendet es ein klares Signal: Die Elfenbeinküste richtet ihren diplomatischen Diskurs nun an der neuen Lage im Sicherheitsrat aus.

Frau Kaba bekräftigte damit die Unterstützung ihres Landes für den Autonomieplan, achtete jedoch darauf, diesen in der UN-Legitimität von 2025 zu verankern. Dieser Ansatz ermöglicht es der Elfenbeinküste, ihre traditionelle Freundschaft mit Marokko und ihr Engagement innerhalb der Afrikanischen Union, wo die Sahara-Frage nach wie vor heikel ist, in Einklang zu bringen. Sie weist zudem darauf hin, dass Abidjan den Konflikt nun als auf einem Weg zu einer unumkehrbaren politischen Lösung befindlich betrachtet.

Darüber hinaus lobte die ivorische Ministerin die „Offenheit“ und „Glaubwürdigkeit“ der marokkanischen Initiative und forderte gleichzeitig implizit die anderen Parteien auf, Realismus an den Tag zu legen. Die gemeinsame Erklärung erwähnt die andere Seite nicht, doch die Andeutung ist klar: Angesichts einer Resolution des Sicherheitsrats, die separatistische Optionen zunichte macht, führt der einzige Ausweg über den Autonomieplan.

Nasser Bourita lobte im Gegenzug die „unveränderliche und aufgeklärte Haltung“ der Elfenbeinküste und erinnerte daran, dass bereits mehr als dreißig afrikanische Länder Konsulate in Laâyoune oder Dakhla eröffnet haben. Dieses diplomatische Netzwerk, so betonte er, mache die Sahara-Frage zu einer Angelegenheit der Süd-Süd-Zusammenarbeit und nicht zu einem Streitfall, der noch aus dem Kalten Krieg stamme. Der Besuch von Frau Kaba, der erste einer ivorischen Staatsministerin in Rabat, markiert somit einen weiteren Schritt zur Festigung einer afrikanischen Front, die sich auf der Grundlage der in der Resolution 2797 festgelegten Parameter für die Zugehörigkeit der Sahara zu Marokko einsetzt.

Schließlich bot dieses Treffen auf bilateraler Ebene die Gelegenheit, daran zu erinnern, dass die Elfenbeinküste und Marokko eine strategische Partnerschaft auf hoher Ebene pflegen, die regelmäßig durch offizielle Besuche und Wirtschaftsabkommen gestärkt wird. Die Sahara ist keineswegs ein Zankapfel, sondern hat sich zu einem zusätzlichen Bindeglied zwischen zwei Nationen entwickelt, die eine gemeinsame Vision von territorialer Integrität und regionaler Entwicklung teilen.

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